Dienstag, 13. September 2011

12.09.11 - Reise nach Peru

¡Hola amigos!
Nach unserer Berg-Expedition (siehe Post "eisige Höhen" von Eli) hatten wir den Sonntag, um uns zu erholen. Am Montag war es dann so weit: Die Reise nach Lima (Peru) stand auf dem Programm. Bereits am Freitag haben wir über das Büro in der Schule den Schulleiter für den Transport zum Flughafen bestellt. Da wir dies nicht mit Augustin direkt abmachen konnten, hatten wir ein leicht unsicheres Gefühl, ob er uns wirklich um 11.00 Uhr abholen wird. Das unsichere Gefühl war vergebens. Sowieso haben wir mit der Zuverlässigkeit der Ecuadorianer durchwegs positive Erfahrungen gemacht! Also nichts mit "mañana, mañana..." Von Grenzübertritten auf dem Land haben wir schon von einigen Geduldsproben und Herausforderungen gehört. Aber von Problemen auf dem Luftweg kam uns noch nichts zu Ohren. Beim einchecken in Quito lief alles schön reibungslos. Dass wir mit unseren Fahrrädern Uebergewicht haben, wussten wir bereits :-) Doch der Preis haute uns fast aus den Schuhen: Rund 260 US-Dollar. Da wir aber auf unserer Reise nicht auf unsere Räder verzichten wollen, blieb uns nichts anderes übrig, als in den sauren Apfel zu beissen. Beim Bezahlen an einem anderen Schalter wurde uns dann nur die Hälfte verrechnet - wir haben uns aber nicht gewehrt ;-)

Beim Umsteigen in Guayaquil fragten wir uns, ob wir wohl das Gepäck fassen und wieder einchecken müssten. Im selben Moment wurde unsere Frage auf dem Gepäckband beantwortet: Unsere Fahrräder waren da... Als wir nachfragten, warum unser Gepäck nicht weiter transferiert wird, wurde uns unsicher erklärt, dass es daran liegen könnte, weil wir die Fluggesellschaft in Quayaquil wechseln. Soweit so gut. Beim Einchecken wollte uns die Taca (Fluggesellschaft) das Uebergewicht erneut verrechnen. Diesmal haben wir uns gewehrt, da auf dem Gepäckschein "Lima" stand. Die Dame des Schalters war sehr hilfsbereit und hatte Verständnis für unseren Einwand. Sie begleitete mich zum "LAN"-Schalter und regelte (zu meiner Ueberraschung) die Angelegenheit teilweise wehement! Die Sache musste zuerst abgeklärt werden. Gute 20 Minuten später war klar, dass wir unser Geld zurückerhalten werden. Der Betrag wird uns in den nächsten Tagen auf unser Kreditkartenkonto gutgeschrieben. - Schauen wir mal... Da nun die Velo-Kartons einen recht grossen Eindruck machten, wurden sie vermessen. Und siehe da: Sie waren zu gross... Nach einigem hinundher war klar, dass wir keine Chance hatten, mit unserer Begründung, dass die Kartons bei zwei anderen Fluggesellschaften OK waren. Also entschieden wir uns, die Kartons per Cargo (und für viel Geld) aufzugeben. Dies erschien uns sicherer, als die Velos mit Plastik einzuwickeln. Zumal die "Plastik-Leute" beim Anblick der Einzelteile (Zelt, Gepäckträger, Mätteli, usw.) auch nicht erfreut waren. Aha, für Cargo ist es heute schon zu spät. 'grummel' Dank der Dame am Check-In-Schalter konnten wir die "Plastik-Leute" überzeugen, unsere Räder doch noch einzupacken. Sie handelte den Preis sogar um die Hälfte runter! Und ich musste nicht einmal flirten ;-) Eine gute Stunde später waren die Räder endlich eingepackt (wenige Zentimeter kleiner als im Karton, aber viel unhandlicher und ungeschuetzter, aber die Dame war zufrieden) und eingecheckt. Auch hier kam sie uns wieder entgegen: wir mussten nur knapp die Hälfte des Preises bezahlen. Zu unserem Glück waren die Blicke und (TV-)Kameras der zahlreichen Leute auf dem Flughafen auf die Fussballer des Vereins EMTEC gerichtet, womit wir unsere Aktionen ziemlich unbeobachtet vornehmen konnten. Trotz vierstündigem Aufenthalt blieb uns keine Zeit mehr etwas zu trinken oder zu essen, der Flieger stand bereit - aber wir waren glücklich unsere Räder auch dabei zu haben...

Durch diese Aktion wurde klar, dass wir unsere Räder nicht mehr so schnell in ein Flugzeug laden wollen. Der Start unserer viaje en bicicleta ist nun in Lima. Ungefähr am Donnerstag gehts los. Zuerst schön flach der Küste entlang und dann die ganzen ca. 4'800 Höhenmeter hinauf in die Anden...

Saludos

elro

09.09.11 - eisige Höhen

¡Queridos amigos! Endlich haben wir ein Internetcafé ausfindig machen können im Stadtviertel Miraflores in Lima - um euch auf dem Laufenden halten zu können. Wie im letzten Beitrag versprochen, berichte ich euch heute von unserer 1. Bergtour in Ecuador. Wir sind am Freitag, 09.09. um 10h abgeholt worden und zur Bergtouragency gefahren um die richtige Bergausrüstung (warme Handschuhe, plastikbeschalte Bergschuhe, Pickel und Grampones) auszuwählen. Mit meinen Halbschuh-Trekking-Schüeli und Windstopper-Händschli wäre es äusserst kalt geworden. Gut. Wir starteten von Quito aus - mit richtigguterwarmer Bergtourausrüstung - um ca. 12h in Richtung Nationalpark Cotopaxi. Pablo (unser Bergführer) chauffierte uns mit seinem 4x4 erstmal in ein kleines untouristisches Dorf um Lebesnmittel für die Bergtour einzukaufen. Da wurden wir aber ganz genau beobachtet und angestarrt, als wären wir Ausserirdische - anscheinend gibt es in diesem Pueblo äussert stelten ausländische Eindringlinge (Gringos)! Anschliessend fuhren wir zum Nationalpark, bezahlten den Eintritt von USD 2 und genehmigten uns zum Zvieri eine warme Suppe und einen Coca-Tee! Mmmhhhhh, megafein! Von diesem hübschen "Suppen"-Restaurant aus - hatten wir eine wunderprächtige Aussicht auf den Cotopaxi! Die Wolken verzogen sich extra für uns - und wir genossen den eindrücklichen Blick auf diesen wunderschönen und bastante hohen Berg. Wenn wir da schon gewusst hätten was auf uns zukommt...
Um 17h waren wir startbereit um in die Hütte hoch zu stapfen. Pablo gab das Tempo vor - despacio -Schritt für Schritt - brachten wir die ersten 300 Höhenmeter bis zur Hütte noch relativ locker hinter uns. Das Refugio liegt auf exakt 4'810 m.ü.M. Um 18.30 gabs Abendessen - anstatt zu kochen, tauschten wir die frisch gekauften Lebesnmittel gegen den bereits zubereiteten feinen Znacht der Hüttencrew. Um 19.30 verkrochen wir uns aufgrund der eisigen Temparaturen und der bevorstehenden kurzen Nacht schnell in unsere warmen Daunenschlafsäcke. Wir versuchten trotz der dünnen Luft ein, zwei Stunden zu schlafen. Die Luft auf 4'810m.ü.M. ist schon ausserordentlich dünn - und man hat die ganze Zeit leichte Atemnot. Um 23.15h kam bereits unser Guide und weckte uns wieder. Bzw. waren wir schon wach und freuten uns, dass wir endlich wieder aufstehen konnten. Um 23.30 gabs Frühstück - nicht mal Roman hatte grossen Appetit auf das Mitternachtsfrühstück (Cornflakes mit Yogurt, Brot, Käse, Marmelade und Tee). Um 00.30 gut eingepackt und eingecrèmt mit 50erSonnenschutz starteten wir auf die grosse Tour. Pablo ging schön langsam voraus zum Gletscher - dort montierten wir die Steigeisen und wurden angeseilt. In einem ziemlichen (Affen-)tempo gings nun steil den Gletscher hoch - wir kamen mächtig ins Schnaufen. Nachdem uns Pablo erklärt hatte, dass er sich meinem Tempo anpasse - konnten wir etwas gemächlicher weiterstapfen. Der Mond schien zum Glück so hell, dass wir unsere Stirnlampen in der Jackentasche lassen konnten. Zwischendurch machten wir kurz Pause um mehr Kleider/Handschuhe anzuziehen oder zu trinken/essen (das Essen bekam mir gar nicht gut auf dieser Höhe - ich hab grad starken Brechreiz gekriegt - anscheinend ist der Magen überhaupt nicht auf Verdauungsmodus eingestellt, vermutlich benötigt man in dieser Höhe sämtliche Ressourcen um den Körper warm zu halten und genügend Sauerstoff zu erhalten). Wir mussten teilweise extem ausgesetzte und steile Stellen überwinden - das kostete uns ziemliche Überwindung. Nach exakt fünfeinhalb Stunden standen wir um 06.05 oben auf dem Gipfel!!! Woooowwww! Geeeeeenial - wir haben den höchsten noch aktiven Vulkan - exakt 5'897m.ü.M. - erklommen! Das ist ein echt gutes Gefühl. (Fotos folgen - unser Guide hat uns das Fotografieren auf dem Gipfel abgenommen, da wir gefroren haben & müde waren). In nur 1.45Std. standen wir wieder unten - der Abstieg fällt einiges leichter, da man mit jedem Schritt mehr Sauerstoff einatmet - fährt jedoch recht ein (v.a. in die Oberschenkel - zum bremsen). Um 08.15 sassen wir wieder in der Hütte und wärmten unsere Hände an dem warmen Tee. Geschafft. Es sind uns glücklicherweise keine Finger und Zehen abgefroren und Roman konnte seine Bergtauglichkeit bestens unter Beweis stellen ;) ! Jetzt muss nur noch ich zeigen, dass ich es mehrere Stunden, Tage, nein Wochen auf dem Velo aushalte -ich hoffe meine Velofahrtauglichkeit wird sich auch bald so klar abzeichnen. Jetzt sind wir bestens vorgewärmt und aklimatisiert für die Veloreise.
Abrazo fuerte
elirom

Montag, 12. September 2011

03.-06.09.11 - Galápagos

Buenos dias queridos amigos! Seit längerem ist es still geblieben um unseren Reise-Blog... endlich schaffen wirs wiedermal einen Eintrag zu posten! Wir unternahmen vom 3. bis 6. September einen wunderschönen Boattrip auf die berühmten Galápagos-Inseln. Wir flogen am Samstagmorgenfrüh nach Quyaquil und von dort auf die Isla Baltra. Nach einem stündigen Bustransfer quer über die Insel wurden wir um ca. 12h von 2 Crewmitgliedern in kleinen orangen Gummibooten am Peer abgeholt und auf die Luxus-Jacht Galaxy transferiert. Richtig gehört: wir haben einen 1. Klasse-Trip gebucht - die Galaxy ist ein rassiges schönherausgeputztes weisses Schiff, mit Platz für 16Personen. Die Crew bestand aus 10 Mann (keine Frauen) und unserem Guide. Kaum hatten alle 16 Gringos ihre Kabinen bezogen - gabs Almuerzo (Lunch) - ein megafeines Buffet, eine schöne Auswahl an feinen Pasta, Meeresfrüchten, Salat, Gemüse, etc. An diesem Samstag ging ein zünftig-starker Wind! Das Schiff schaukelte wie eine kleine Nussschale auf hoher See. Mir wurde es bereits übel von diesen ungewohnten Schaukelbewegungen - ich vermisste schönfesten / stabilen Boden unter meinen Füssen. Essen unter diesen extrem Schaukelbedingungen ist auch gar nicht so einfach. Schon fast zu spät warfen wir ein Mareol ein (Tablette gegen die Seekrankheit). Eigentlich sollte man diese Tablette 30min bevor man das Schiff betritt einnehmen. Wir nahmen regelmässig 2Tabletten pro Tag - vorsichtshalber damit der Boattrip nicht zu einem mir-ist-die-ganze-Zeit-eeeeextrem-übel-Trip wurde! Am ersten Tag besichtigten wir auf der Insel Baltra eine grosse Hacienda mit Riesen-Schildkröten (Tortugas). Diese Tiere sind extrem eindrucksvoll. sie sind gross, nein riesig, haben enorme Panzer mit wunderschöner Struktur und vorne schaut vorsichtig ein kleiner Kopf hervor. Sie bewegen sich relativ langsam - aber irgendwie doch graziös vorwärts. Die Regel war, dass man nicht näher als 2-3Meter an die Tiere herangehen soll. Natürlich gabs Touristen (Gringos) die dieses Gebot nullkomaplötzlich wieder vergassen und sich beinahe auf die wunderschönen Urtiere draufsetzten. (Da schämt man sich dann schön fürs Touristen-Dasein!) Am Sonntag & Montag hatten wir die Möglichtkeit schnorcheln zu gehen - trotz der kühlen Luft wagten alle den Sprung ins kalte Wasser. Auch die Unterwasserwelt ist enorm schön. Wir konnten Wasser-Schildkröten - Seelöwen - verschiedenste Fische und einen Babyhai bestaunen! Ausserdem wurden wir vor oder nach dem Schnorcheln mit Gummibooten auf die Inseln verfrachtet und konnten Spaziergänge am Strand und quer über die Inseln unternehmen. Natürlich immer mit Guide (leider sprach er die ganze Zeit über englisch - sehr zum Leid unserer Spanischkenntnisse!) Die Tierwelt auf den Inseln ist auch extrem beeindruckend. Auf einer Insel sahen wir x- Seelöwen, ganze Familien mit Babies, Niños, Mamas y Papas. Die einen tummelten sich im Wasser und neckten einander, andere schliefen friedlich im Sand, andere robbten umher und suchten sich einen gemütlichen Platz zum kuscheln, wieder andere gaben laute schnorrende und röhrende Laute von sich. Auf einer anderen Insel konnten wir die Blue-footed-Boobies und Albatrosse mit ihren frischgeschlüpften Niños bewundern. Zudem gab es stolze Leguane (welche an die Dinosaurier-Welt erinnern) und rot-orange-schwarze Krebse in grosser Anzahl. Bei einem Gummibootausflug gegen Abend entdeckten wir eine grosse Stachelroche mit weissen Punkten auf dem Rücken - unglaublich! Es hat sich äusserst gelohnt - diesen 4-tägigen-Trip auf die Galápagos-Inseln zu unternehmen. Auch wenn danach noch 3-4 Tage lang alles schaukelte - das Badezimmer, das Bett, das Schlafzimmer... so richtig angenehm ;) Mareol sei Dank, dass es nicht noch viel schlimmer war mit dem Geschaukel! Bald folgt der nächste Post - Expedition in extreme Höhen - lasst euch überraschen! Hasta luego!
abrazo elro

Montag, 29. August 2011

27.08.11 - el fin de semana

¡Hola - Buenos Días!
Todo bien en suiza? Seit einer Woche geniessen Roman und ich den Aufenthalt hier in Quito zu z2t. Wir haben letzte Woche das Quartier Mariscal - auch "Gringolandia" genannt (weil sich dort sämtlicheTouristen aufhalten) - und diverse Kirchen in der Altstadt (centro historico) besichtigt. Roman geht die Besichtigungen total enspannt an, da er ja eine Stadtführerin 7/24 zur Verfügung hat und sich nicht dauernd überlegen muss: wohin spazieren wir, wo fährt welcher Bus, wo müssen wir umsteigen, wo liegt diese Agencia oder dieses Reisebüro, wo kriegen wir das beste und günstigste Essen, etc.
Am Freitagnachmittag sind wir um ca. 17.00 in den Bus nach Otavalo gestiegen, um an die Lagune Cuicocha zu gelangen. Dort übernachteten wir im Hotel Mirador de Cuicocha in einem eifachen, farbigen Zimmer, (mit chronisch-blinkender Glühbirne im Zimmer u. Badezimmer) - mit wunderbarer Sicht auf die Lagune de Cuicocha. Mitten in der Lagune befinden sich 2 grüne, wildüberwucherte Inseln. Am Samstag führte uns Ernesto - der Besitzer des Hotels - auf einer 4-stündigen-Wanderung rund um die Lagune und erklärte uns die Entstehung der Lagune (=Vulkansee) und die heilsame oder auch halluzinogene Wirkung der verschiedenen Pflanzen, Blätter, Kräutern, etc. Es gibt beispielsweise kleine schwarz-blaue Beeren ("Chinchillas"), welche man unter die Zunge legen kann und dann ohne Ende weiterwandern/laufen kann! Wir haben uns natürlich grad eine Reserve angelegt für unsere Velotour ;) Nachmittags besichtigten wir den Markt in Otavalo. Wir empfanden den Wechsel - weg aus der Natur mitten in das Gewusel des Marktes -als kleinen Kulturschock! Aber der Mensch ist ja ein Gewohnheitstier - somit waren wir nach ca. 30minütiger-Jugo-Pause schon voll in Kauflaune (zumindest Roman). Ein "Jugo" (ausgesprochen "chugo" :-) ) ist ein megafeiner frischgemixter Fruchtdrink, hergestellt aus einer der folgenden Früchte z.B. Maracuya, Piña, Tomate de Arbol, Guanàbana, Naranjilla, Fresa oder Mora.

Am Sonntag unternahmen wir unsere erste richtige Bergtour über die sog. "Hausberge" von Quito - vom Guagua Pichincha (4794 m.ü.M.) zum Rucu Pichincha (4'698m.ü.M.). Wir trafen Adrian (unseren "Bergführer" und Compañero suizo de la escuela) um 5.30Uhr bei der Schule und liessen uns nach Lloa chauffieren mit nem Taxi amarillo. Von Lloa mussten wir spontan eine Camionetta 4X4 organisieren, welche uns zum Refugio hochtransportierte - cuesta 40 Dolares. Beim Refugio (4'550m.ü.M.) starteten wir unsere Wanderung. Ich verspürte kurz nachdem wir aus der Camionetta stiegen - deftige Kopfschmerzen. Roman und Adrian waren jedoch bestens ausgerüstet mit Aspirin und Atem-Aktivitätstabletten. Die ersten zwei Stunden war es dank eisigen Windes saukalt, wir waren äusserst froh um Chappä, Händsche, Faserpelz und Rägäjagge! Ich habe mich während den Vorbereitungen auf die Tour gefragt - ob Roman nach einer Woche schon genügend aklimatisiert sei für diese grosse Tour. Es stellte sich jedoch schnell heraus, dass ich mich eher um mich - als um ihn sorgen müsste. Roman bereitete die Höhe wenig Probleme und er vermochte locker mitzuhalten bei unserem Wandertempo (zumindest am Anfang, nach 4Std. hing auch er in den Seilen) - ich hingegen hatte die ersten 2Stunden ziemliche Mühe mit der Höhe - es atmet sich nicht ganz so ring, wie in den Schweizer-Bergen. Wir traffen unterwegs auf eine Gruppe Quiteños, welche sich mit dieser Tour auf die richtig hohen Berge (Cotopaxi, Cayambe, Chimborazo) vorbereitete. Interessant war deren Aurüstung, viele wanderten mit Turnschuhen ohne jegliches Profil an den Sohlen. An den Rucksäcken - mit Schnur festgebunden oder baumelnd - hingen Plastiksäcke mit diversen Anhängseln (Schlafsack, Mätteli, Trinkflaschen, etc.). Wir wanderten mehr oder weniger immer mit dieser Gruppe - mal vorne weg oder hinten nach. Zusätzlich zu den zwei Gipfeln (Pichinchas) stiegen wir noch auf den unscheinbareren Gipfel des Padre Encantado. Die Tour war echt anspruchsvoll - sowohl die Höhe als auch gewisse Klettertechnische-Abschnitte waren nicht ganz ohne. Wir mussten beim Aufstieg zum Rucu Pichincha ein sehr steiles Sand-Couloir hochkraxeln. Bei jedem Schritt rutschten wir wieder einen halben retour - viele Steine waren lose und rutschten den Nachfolgern im Sand entgegen. Oben am Sandcouloir, 15min vom Piz entfernt, gelangten wir mittels einer eleganten Klettereinlage durch eine Felspassage hinauf auf den Gipfel. Da die Berge hier oft von Wolken und Nebel umgeben sind, konnten wir leider nur kurze Momente die Sicht auf die Stadt, die wundervolle Natur und die umliegenden Berge geniessen. Zum Abschluss der Tour gönnten wir uns einen superfeinen Jugo, eine Té de Coca und eine Empanada de Queso in einem kantinen-artigen Bergrestaurant. Nach der Stärkung im Restaurant, gondelten wir mit dem TelefériQo (eine moderne Bergbahn, mit 18Gondeln, sehr gemächliches Tempo) gemütlich nach Quito hinunter - wir waren alle 3 äusserst froh, dass wir dieses Stück nicht noch zu Fuss nach Quito hinunterwandern mussten.
Trotz einigen schwierigen und strapaziösen Stellen - war es der wunderbarste Tag, den ich hier in Ecuador erleben durfte. ¡Muchas gracias a Adrian y Roman! ;) La naturalessa es hermosa - die Natur ist wunderprächtig. Ich freue mich enorm auf unser Velo-Abenteuer - so langsam bin ich richtig giggerig aufs velofahren!
Vom 3. bis 6. September werden wir die Galapagos-Inseln besichtigen. Am Samstag, 3. September fliegen wir auf die Insel San Cristobal. Wir werden 4 Tage mit dem 1. Klasse-Boot "Galaxy" von Insel zu Insel cruisen - all-inclusive! Nur alkohol-haltige Getränke & Tips sind extra zu bezahlen. Wir hoffen jetzt sehr auf gutes und ruhiges Wetter - damit wir nicht wieder seekrank werden! Das Medikament (...) gegen die Seekrankheit ist angeblich unabdingbar.
Und jetzt gehen wir was essen ... und später unseren Flug nach Peru suchen & buchen.
Unter dem folgenden Link findet ihr die ersten Fotos: https://picasaweb.google.com/107710398357412131989/ElViajeEnBicicleta?authkey=Gv1sRgCNnNi_LU-Mit8AE
Adios & en guete!

abrazo

elro






Donnerstag, 25. August 2011

25.08.2011, ¡Jetzt geht's richtig los!

Queridos amigos

Nun bin auch ich (Roman) in Quito angekommen! Die Reise war sehr lange, verlief aber sehr gut. Als ich den Velokarton gesehen habe, dachte ich, dass ich ein neues Velo besorgen muss. Der erste Blick in den Karton, welcher vom Zöllner erzwungen wurde, beruhigte mich aber. Es sah gar nicht so schlecht aus. Kurze Zeit später konnte ich endlich Eliane in die Arme schliessen. (no commentario)  :-) Das Auto war gerade gross genug um alles zur Gastfamilie zu transportieren.

Nun bin ich mich am anklimatisieren und die ersten Eindrücke am verarbeiten. Da ich meine Privat-Führerin dabei habe, muss ich mich fast nie mit Strassenplänen, Strassennamen, Busstationen usw. auseinandersetzen. Dafür muss ich Eliane immer bremsen: Wenn es leicht bergauf geht, ist bei mir die Puste bald mal weg (Quito liegt ja bereits auf 2'800 MüM...) Auch auf dem Schulweg gehts mir noch etwas zu schnell. Mein Körper braucht noch etwas Zeit. Diese Nacht hatte ich ständig das Gefühl, wenn ich eingeschlafen bin, nicht mehr zu atmen und bin wieder aufgewacht. Irgendwie habe ich einfach zu wenig Sauerstoff erhalten. Ich hoffe, dass ich mich bald an die Höhe gewöhne, denn am Wochenende steht eine erste Bergtour (4'794) auf dem Programm.

Nun gehen wir aber erst einmal unseren Flug nach Peru buchen.

Saludos
Roman

Montag, 22. August 2011

21.08.11 - Mindo

Buenos días
Dieses Wochenende fuhren wir für 2 Tage nach Mindo. Mindo ist ein kleines Dorf, liegt auf ca. 1'200 m.ü.M., zählt 2'500 Einwohner und ist umgeben von Nebelwäldern. Es ist wunderprächtig grün in und um Mindo. Am Samstag wurden wir herzlich empfangen von Dani - dem Besitzer des Hostals "Samay Juku" (das bedeutet, das Nest des Uhus). Es ist ein kleines hübsches Hostal aus Bambus, am Rande des Dorfes - mit einem beheizten Swimming Pool. Dani präsentierte uns während ca. 1Std. sämtliche Aktivitäten - welche wir machen könnten, wenn wir genügend Dollars dabei hätten. Wasserfall-Jumping, Seilpark, Canopy, Riverrafting mit alten Lastwagenpneus, etc. Diese Aktivitäten sind jedoch alle bastante teuer (zwischen 20 und 45 Dollar pro Person). Wir dachten ca. 70Dollar sollten ausreichen für das ganze Weekend. Es war dann etwas knapp, da wir verschiedene Touren unternehmen wollten. Zum Glück war Adrian (unsere zuverlässige Schweizer Bank) dabei - wir mussten uns schlussendlich alle Geld ausleihen bei ihm. Natürlich zu einem angemessenen Zinssatz.
Wir entschlossen - am Samstag eine dreistündige Wanderung durch den Nebelwald zu unternehmen - eine etwas günstigere Option, nur 6Dollar Eintritt pro Person - und suchten auf eigene Faust Vögel im Nebelwald (Tukane, Papageien, Kolibris, etc.).
Die Wanderung in dieser wunderbaren Natur - grüne haarige Bäume, übergrosse Farne, grüne Blätter in Regenschirmgrösse, moosüberwachsene Bäume/Pflanzen, dünne geschmeidige Lianen, luftige Wurzeln, Laubblätter in überdimensionaler Grösse - hat mir unglaublich gut gefallen. Auch die Geräuschkulisse ist einmalig - du hörst die Tiere/Vögel schwirren, piepen, flattern, gurren, sumsen, grillen, knacken, zwitschern, gackern, gluckern, singen. Nicht übermässig laut - immer sehr tranquilo. Am Abend genehmigten wir uns eine ofengebackenePizza in einem Touristen-Restaurant für sageundschreibe 9 Dollar (das ist eigentlich nichts - aber für ecuadorianische Verhältnisse, ist es bereits wieder viel).
Am Sonntag war um 4.45 Tagwach und wir starteten mit einem Vogel-Kenner aus Mindo auf eine geführte Tour. Um 5.30 wanderten wir los um die sehr bekanneten Vögel (die männlichen Exemplare), die sogenannten "Cock(s) of the Roc" beobachten zu können. Von 6.00 bis ca. 7.00 sind diese Vögel am aktivsten und veranstalten einen echten Combat - wer der Beste, Schönste und Stärkste ist von allen. Gegen 7.30 wird es wieder sehr ruhig. Im Februar und Mai singen und tanzen die Cocks of the Rock - weil sie ein Weibchen "ergattern" möchten. Dies läuft gemäss Erzählungen von Dani so ab, dass ca. zwischen 4 und 20 Cocks of the Rock ihr Bestes geben, beim Tanzen und Singen - und das Weibchen sucht sich nach der "Vorstellung" den Stärksten/Besten/Schönsten aus für die Fortpflanzung (gell, Darwin?) Auf Youtube findet man einen kurzen Ausschnitt wie dieser Vogel aussieht, Stichwort: Cock of the Rock, Mindo Ecuador, Cloud Forest. Damit ihr euch eine Vorstellung machen könnt. Anschliessend zeigte uns unserer Guide noch diverse andere wunderprächtige Vogelarten. Doris - das wäre das perfekte Vogelbeobachtungsparadies für dich ;)
Am Sonntagnachmittag liessen wirs ruhig angehen und assen im Quetzal, sehr hübsches Café, mega feine (muy dulce) Brownies - hergestellt mit Chocolate de Mindo, Ecuador. Hier bieten sie eine Führung an, zur Schokolade-Herstellung. Leider konnten wir diese aus zeitlichen und finanziellen Gründen nicht mehr besuchen.
Nächstes Mal nehm ich mehr Dinero mit!

Bueno - buenas Noches wünsch ich euch - heute kommt Roman um 16.30 am Flughafen an! Qué bien! Freue mich sehr, dass wir nun alle diese Erlebnisse zusammen erleben (und erleiden) und teilen können ;)
¡Hasta luego! Feliz saludos de Quito
eli